Sobald du anhalten kannst, ist es Zeit für Kurven. Beim Pflugbogen behältst du das V aus Lektion 1, belastest aber einen Ski stärker. Die Ski lenken dich dann quer zum Hang – und quer zum Hang zu fahren ist die beste Art, dein Tempo zu kontrollieren. Tatsächlich kontrollieren erfahrene Skifahrer ihr Tempo vor allem über Kurven, nicht durch Bremsen.

Draufsicht: Der Fahrer verbindet Kurven auf einer S-förmigen Linie und behält den Pflug bei. Orange = der belastete Außenski in jeder Kurve.
Draufsicht: Der Fahrer verbindet Kurven auf einer S-förmigen Linie und behält den Pflug bei. Orange = der belastete Außenski in jeder Kurve.

Warum Kurven das Tempo kontrollieren

Gerade talwärts – entlang der Falllinie – ist die schnellste Richtung. Je mehr deine Ski quer zum Hang zeigen, desto langsamer wirst du. Wenn du Kurven von einer Pistenseite zur anderen verbindest, fährst du die meiste Zeit quer zum Hang und hältst dein Tempo ohne ständiges Bremsen konstant.

Das Grundprinzip: den Außenski belasten

  • Für eine Linkskurve den rechten (äußeren) Ski stärker belasten
  • Für eine Rechtskurve den linken (äußeren) Ski stärker belasten
  • Die ganze Zeit im Pflug bleiben – die Ski noch nicht zusammenführen
  • Den ganzen Körper sanft drehen, geführt von Knien und Blick, nicht durch Schulterdrehung

Erst auf flachem Gelände üben

Stell dich auf flachem Schnee in den Pflug. Verlagere dein Gewicht langsam auf den rechten Fuß, zurück in die Mitte und dann auf den linken Fuß. Du merkst, dass dich die Belastung eines Skis in die Gegenrichtung ziehen will. Diese kleine Gewichtsverlagerung ist das ganze Geheimnis des Pflugbogens.

Schritt für Schritt

  1. Im Pflug langsam geradeaus einen flachen Hang hinunterfahren
  2. Dorthin schauen, wo du hinwillst, dann allmählich den gegenüberliegenden Ski belasten
  3. Die Ski dich quer über den Hang tragen lassen, bis du langsamer wirst
  4. Den Druck lösen und wieder in einen gleichmäßigen Pflug talwärts zurückkehren
  5. Den anderen Ski belasten, um in die andere Richtung zu fahren, und Kurven verbinden

Hilfreiche Übungen

  • Hand aufs Knie: Leg die Hand aufs äußere Knie und drück es sanft in die Kurve, um den Druck zu spüren
  • Der Spur folgen: Skilehrer oder Freunde fahren ein S vor, du folgst ihren Spuren
  • Rhythmus zählen: „Kurve, zwei, drei“ sagen, damit beide Seiten gleichmäßig werden
  • Bis zum Stopp: Eine Kurve ganz quer zum Hang ausfahren, bis du stehst, um zu spüren, wie Kurven das Tempo kontrollieren

Typische Fehler

  • Oberkörper verdrehen: Die Brust zeigt ungefähr talwärts
  • In den Hang lehnen: Steh über dem Außenski, nicht zum Hang hin
  • Zu kurze Kurven: Jede Kurve quer zum Hang ausfahren, damit du wirklich langsamer wirst
  • Zu breites V: Ein mittleres V lässt sich leichter steuern

Mit Angst umgehen

Viele Anfänger werden nervös, wenn die Ski am Anfang jeder Kurve talwärts zeigen, weil das Tempo dann kurz zunimmt. Die natürliche Reaktion ist, sich nach hinten zu lehnen oder die Kurve zu überstürzen – das macht die Kontrolle schwerer. Halte stattdessen dein Gewicht vorne, schau zum Ende der Kurve und vertrau darauf, dass die Kurve dich bremst. Üb auf einem Hang, der flach genug ist, dass sich dieser Moment angenehm anfühlt.

💡 Eine gute Übung: Fahr hinter einem Skilehrer oder Freund her und mach seine Kurven nach. Wenn du 10 flüssige Kurven ohne Anhalten verbinden kannst, bist du bereit für Lektion 3: Parallelschwung.