Bevor du Kurven lernst, musst du anhalten können. Beim Schneepflug – auch „Pizza“ genannt – stellst du die Ski zu einem V, sodass die Kanten über den Schnee schaben und dich bremsen. Er ist die Grundlage für alles, was folgt. Sobald du zuverlässig anhalten kannst, entspannst du dich – und entspannte Skifahrer lernen alles andere viel schneller.

Draufsicht auf den Hang (gestrichelter Pfeil = Falllinie). Je weiter du die Skienden nach außen drückst, desto größer wird das V, bis du stehst (rote Linie). Orange = Druck auf beiden Ski.
Draufsicht auf den Hang (gestrichelter Pfeil = Falllinie). Je weiter du die Skienden nach außen drückst, desto größer wird das V, bis du stehst (rote Linie). Orange = Druck auf beiden Ski.

Warum der Schneepflug bremst

Wenn deine Ski flach liegen und gerade talwärts zeigen, bremst dich fast nichts. Im Pflug steht jeder Ski schräg zur Fahrtrichtung und ist leicht auf die Innenkante gekippt. Die Kanten schaben über den Schnee und erzeugen Reibung. Je größer das V und je mehr du auf die Innenkanten kippst, desto mehr Reibung – und desto langsamer wirst du.

Körperhaltung

  • Füße etwa hüftbreit, Sprunggelenke und Knie leicht gebeugt
  • Gewicht mittig über den Füßen – die Schienbeine drücken leicht gegen die Schuhzunge
  • Hände vorne, als würdest du ein Tablett tragen; Blick nach vorne, nicht auf die Ski
  • Skispitzen nah beieinander, aber nicht überkreuzt; Skienden auseinander

Erst auf flachem Gelände üben

Bevor du losrutschst, stell dich auf flachen Schnee und lern die Bewegung kennen. Drück beide Fersen nach außen, sodass die Skienden auseinandergehen und die Spitzen nah bleiben, und lass die Ski dann wieder parallel werden. Mach das zehnmal. Probier dann ein kleines, mittleres und großes V. Spür, wie die Knie leicht nach innen gehen und dein Gewicht beim größeren V auf die Innenkanten drückt.

Schritt für Schritt

  1. Auf flachem Gelände die Fersen nach außen drücken, um ein V zu bilden, und die Ski dann wieder parallel stellen
  2. Am flachsten Hang oder auf dem Förderband mit einem kleinen V geradeaus losrutschen
  3. Zum Bremsen die Fersen weiter nach außen drücken und beide Innenkanten gleichmäßig belasten
  4. Zum Anhalten das V weiter öffnen, bis du stehst
  5. Wiederholen: kleines V (gleiten) → großes V (bremsen) → Stopp

Übungen für mehr Kontrolle

  • Rote Ampel, grüne Ampel: Freunde oder der Skilehrer rufen „los“ und „stopp“, du reagierst sofort
  • Am Ziel anhalten: Such dir eine Stange oder Markierung und halte genau daneben an
  • Pflug-Ziehharmonika: Mit kleinem V gleiten, öffnen, wieder schließen – ohne anzuhalten
  • Stopps zählen: Halte auf einer Abfahrt fünfmal an verschiedenen Stellen an

Typische Fehler

  • Rücklage: Die Ski werden schneller – schieb die Hüfte nach vorne über die Füße
  • Überkreuzte Spitzen: Halte etwa eine Faustbreite Abstand
  • Durchgestreckte Knie: Bleib locker und gebeugt, um die Kanten zu kontrollieren
  • Auf die Ski schauen: Schau 5–10 Meter nach vorne

Woran du merkst, dass du weiter kannst

  • Du kannst am Anfängerhang jederzeit anhalten, nicht nur unten
  • Du kannst mit kleinem V langsam gleiten, ohne dass sich die Ski kreuzen
  • Deine Beine sind nach ein paar Abfahrten nicht völlig erschöpft vom Bremsen
  • Du bist beim Losfahren ruhig statt verkrampft

Am Anfang werden deine Oberschenkel wahrscheinlich müde, weil Anfänger oft zu stark drücken. Mit der Zeit merkst du, dass weniger Kraft reicht: ein etwas größeres V und etwas mehr Kante genügen. Brennen deine Beine nach jeder Abfahrt, probier ein kleineres V und lass die Kanten mehr arbeiten.

💡 Üb so lange, bis du an jeder Stelle einer leichten Piste nach Belieben anhalten kannst. Erst dann geht es weiter mit Lektion 2: Pflugbogen.